Aphorismen über Unternehmer
zusammengestellt von © Joachim Nortmann
Unternehmer = Jemand, der täglich 16 Stunden zu arbeiten
bereit ist, um nicht acht Stunden pro Tag für einen anderen arbeiten zu
müssen.
Zu einem Unternehmer gehören: die Nerven eines Stierkämpfers,
die Konzentration eines buddhistischen Mönchs und die Empfindsamkeit
einer Lotusblume.
Als ich mein erstes Büro eingerichtet
habe, begann ich erst mal damit, eine sieben Zentimeter hohe
Staubschicht von Möbeln, vom Fußboden und vom Waschbecken zu entfernen.
Da stand ich mit beiden hochgekrempelten Ärmeln mitten im Dreck und
musste erst mal klar Schiff machen.
Wer nicht bereit ist, dies zu leisten, der scheitert meist als
Unternehmer.
Norman Rentrop (*1957), dt.
Verleger
Das eigentliche Problem eines
Unternehmens stellt selten der Markt, sondern der Unternehmer dar.
Malte W. Wilkes,
Management-Berater
Der Auftrag des Unternehmers heißt,
Geld zu verdienen.
Und sonst nichts.
Erich Sixt (*1944), dt.
Unternehmer, Vorstandsvors.
Sixt AG (Autovermietung)
Der Unternehmer, der
diesen Namen verdient, sieht den Markt nicht wie die Nomaden lediglich
als Weideplatz, welcher abgegrast und dann verlassen wird, sondern denkt
vielmehr wie der Pionier, der das urbar gemachte Land beackert, bebaut
und zu immer neuen Fruchtfolgen bringt. In seiner Markttätigkeit folgt
er nicht nur der Entwicklung, vielmehr will er sie gestalten. So sind
durch echte innovative Leistungen immer wieder Umwelt verändernde Märkte
aufgebaut worden.
Heinrich Oswald, dt. Topmanager,
Generaldir. Knorr Nährmittel AG
Der Unternehmer sieht
Chancen, die andere nicht sehen. Er überwindet die Angst vor dem Neuen.
Branco Weiss, schweizer.
Venture-Capital-"Papst"
Die Frage, wie man Schwierigkeiten meistert:
das ist die unternehmerische Aufgabe.
Norman Rentrop (*1957), dt.
Verleger
Die Menschen machen immer die
Umstände dafür verantwortlich, was sie sind. Ich glaube nicht an
Umstände. Die Menschen, die vorangehen in dieser Welt, sind stets jene,
die sich aufmachen und die Umstände suchen, die sie brauchen, und sie
schaffen, wenn sie sie nicht finden können.
George Bernard Shaw (1856-1950),
ir. Schriftsteller
Die Übergangszeiten zwischen den
Wirtschaftsepochen sind es, in denen der Unternehmergeist blüht. Heute
befinden wir uns in einer solchen Periode.
John Naisbitt (*1930), amerik.
Prognostiker
Die Welt besteht aus denen, die etwas
in Gang setzen, denen, die zusehen, wie etwas geschieht, und denen, die
fragen, was geschehen ist.
Norman R. Augustine (*1935),
amerik. Topmanager,
1985-87 Vors. NASA, s. 1987 Chairman Martin
Marietta Aerospace Corp.
Ein Gramm Unternehmensgeist wiegt mehr
als ein Kilogramm Bürokratie.
N. N.
Ein linker Student zieht aus, um die
Welt zu verändern, zu verbessern. Und genau dasselbe tut ein guter
Unternehmer.
Helmut Wagner (*1930), dt.
Topmanager, Vorstandsvors. Asko Dt. Kaufhaus AG, Saarbrücken
Ein stolzer Unternehmer verkündet: "Ich
ernähre tausend Menschen." - "Man kann auch sagen", erwidert der
Gesprächspartner, "tausend Menschen ernähren Sie."
Ein Unternehmen bauen ist so kreativ wie ein Bild malen oder ein Buch
schreiben.
Phil Knight, amerik.
Unternehmer, Gründer u. Chef
Ein Unternehmer ist kein Unternehmer, sondern
ein Verwalter, wenn er nicht den Mut hat, Fehler zu machen.
Reinhard
Mohn (*1921), dt. Unternehmer u. Stifter
(Bertelsmann)
Ein Unternehmer muss wie ein Sportler
den Ehrgeiz haben, zur Olympiade zu kommen und dort der Erste zu sein.
Horst
Warneke , Nähere Autorenangaben nicht
feststellbar.
Es reizt mich zu zeigen, was alles in
Deutschland geht.
Lothar
Späth (*1937), dt. Politiker (CDU) u. Unternehmer, 1978-91 Min.-Präs.
Baden-Württemberg, s. 1991 Vorstandsvors. Jenoptik, 1996 CICERO-preis |
Früher brauchten Unternehmer Wagemut und
Augenmaß.
Heute brauchen sie Marktforschung und Werbeagenturen.
Helmut
Schmidt (*1918), dt. Politiker (SPD), 1974-82 Bundeskanzler
Für den Unternehmer ist der Markt wie das
Meer:
voller Risiken.
Jean-Louis
Servan-Schreiber (*1937), frz. Publizist u. Unternehmer
Ich bin dazu da, ein Arbeitsklima zu schaffen,
in dem die Leute kreativ sein können.
Reinhard
Springer (*1949), dt. Unternehmer, Mitinhaber der Werbeagentur Springer
& Jacoby, Hamburg
|
Ich bin ein deutscher Unternehmer und wünsche
mir nichts mehr, als dass wir wieder ein Umfeld schaffen, in dem ein
deutscher Unternehmer nirgendwo so gerne investiert wie in Deutschland.
Klaus
Murmann (*1932), dt. Unternehmer, b. 1996 Präs. Bundesvereinig. d.
Arbeitgeberverbände, Köln
Ich habe die notwendige Besessenheit und den
bedingungslosen Willen, der Beste zu sein.
Erich Sixt
(*1944), dt. Unternehmer, Vorstandsvors. Sixt AG (Autovermietung)
Ich muss anderen, meinen Kunden, etwas
verkaufen. Ich muss Mitarbeiter für mich gewinnen. Ich muss Lieferanten
überzeugen, dass ich für sie der richtige Partner bin. Ich muss also
meine Sache verkaufen können. Wer sich fürs Verkaufen zu schade ist,
sollte kein Unternehmen gründen.
Norman
Rentrop (*1957), dt. Verleger
Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld
habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle.
Robert
Bosch (1861-1942), dt. Industrieller, Firmengründer
Indem man fleißig acht Stunden pro Tag arbeitet, kann man es zum
Unternehmer bringen, worauf man dann zwölf Stunden pro Tag arbeitet.
David Frost (*1939), amerik. Publizist
Manche
Leute halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man
totschlagen müsse. Andere sehen in ihm eine Kuh, die man ununterbrochen
melken müsse. Nur wenige erkennen in ihm das Pferd, das den Karren
zieht.
Winston Spencer Churchill (1874-1965), brit. Staatsmann; 1940-45 u.
1951-55 Premier, 1953 Nobelpr. f. Lit.
Man soll die Dinge nehmen, wie
sie kommen. Aber man sollte dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie
man sie nehmen möchte
Curt Goetz
(1888-1960), dt. Schauspieler u.
Schriftsteller
Mein Weg nach oben war nicht
besonders schwer. Mein Vater hat ein Unternehmen gegründet und ist dann
gestorben
Malcolm S. Forbes (1920-90), amerik. Verleger
Unternehmerin sein, heißt:
Überblick haben, koordinieren, Ziele setzen, Richtung weisen.
Marlies Blohm-Harry (*1934), "Unternehmerin des Jahres
1986"
Unternehmerische Tätigkeit in
sozialer Verantwortung auszuüben und die unternehmerischen Funktionen,
Risiken und Standpunkte in der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, das
sollten Zielsetzungen des wirtschaftlichen Engagements sein.
Sabine
Heiner, Wirtschaftsjuniorin aus Hannover
Unternehmer sein heißt,
eine differenzierte Sicht der Zukunft haben.
Ludwig von
Mises (1881-1973), östr. Nationalökonom |
Manager, Chef
Unternehmer wird man nicht in fünfzig oder
fünfhundert Wochen. Um Unternehmer zu werden, braucht es eine Nacht,
neun Monate und vierzig bis fünfzig Jahre Erfahrung.
Helmut Schmidt (*1918), dt. Politiker (SPD), 1974-82 Bundeskanzler a. D.
Wenn Unternehmer nicht
mehr an den Markt glauben, wären sie keine Unternehmer, sondern
Funktionäre. Wer aber nur an den Markt glaubt, ist abergläubisch.
Hans Küng
(*1928), Schweizer. kath. Theologe
Wir brauchen eigentlich wieder große
Unternehmer, aber sie sind nach den jahrelangen Publikumsbeschimpfungen
auch nicht gerade fröhlich und optimistisch gestimmt.
Ludwig
Poullain (*1919), dt. Bankier, b. 1972 Präs. Dt. Sparkassen- u.
Giroverband
Es heißt Unternehmer, nicht Unterlasser.
Hans
Karl Schneider
Die Fehler anderer Unternehmer sind
die billigsten.
Aus einem
Seminar für Flop-Management
Der Unternehmer, der nie über seine
Zukunft nachdenkt, wird nie eine haben.
Josef
Horbach
Geht bei einem
Unternehmen etwas schief, hat folgende Schuldzuweisungseskalation zu
gelten:
Ruinöse Konkurrenz.
Wettbewerbsverzerrende staatliche Rahmenbedingungen.
Unternehmerfeindliche Wirtschaftspolitik.
Unternehmerfeindliche Gewerkschaftspolitik.
Die Japaner.
Sonstige höhere Gewalt.
Interne
Richtlinie eines Vorstandsvorsitzenden an die Presseabteilung
Unternehmerischer Weitblick bedeutet, dass für
viele Dinge, die in einem Unternehmen aus einer Gelegenheit oder einer
Augenblicksidee heraus gemacht worden sind, erst später an den
Universitäten Strategien gefunden wurden.
Helmut
Maucher, deutscher Nestlé-Chef
Unternehmer haben ihre
Frau stützend im Rücken, dagegen Unternehmerinnen ihre Familie hindernd
im Nacken.
Ida Hiller
Schlechte Unternehmensführer
bestellen bei Ausbruch einer Krise in Berlin einen anderen Wind; die
anderen wollen Segeln lernen
Frei nach
Prof. Jürgemann (Welt, 9.8.93)
Manager erledigen die
Dinge richtig – Unternehmer erledigen die richtigen Dinge
Manager sind austauschbar – Unternehmer nicht
N. N.
„In diesem Land sind
doch viele bereit, die Ärmel hochzukrempeln, wenn diese Regierung ihnen
nicht vorher das letzte Hemd auszieht.“
Der
Grünen-Abgeordnete Werner Schulz
.
UNTERSCHIED
ZWISCHEN UNTERNEHMER UND MANAGER
Ein Manager klebt an seinem Vorstandssessel,
aber er haftet nicht!
Der Unternehmer haftet
Eine Sache, die vielen gehört, wird schlechter
verwaltet, als eine Sache, die einem Einzelnen gehört.
Aristoteles, griechischer. Philosoph, 445 - 385 v. Chr.
Unsere Wirtschaft ist auf den
unternehmerischen Menschen angewiesen, aber sie bekennt sich nicht zu
ihm. Sie profitiert von seiner Arbeit, aber sie tut täglich mehr, um
seine Arbeit zu behindern.
Johann Philipp Bethmann, Bankier
Unternehmer nach dem Konkurs
Ein Unternehmer, der einmal
Konkurs gemacht hat, ist im Allgemeinen für den Rest seines Lebens
wirtschaftlich erledigt. Was geschieht nach dem Konkurs mit den
Unternehmern?
Eine offizielle Statistik hierzu gibt es nicht; nach den bisherigen
Erfahrungen bietet sich folgendes Bild:
2 % begehen Selbstmord; (davon 60 % physisch, 40 % psychisch).
55 % werden Sozialhilfeempfänger; (etwa die Hälfte bleibt es für den
Rest ihres Lebens).
2,9 % machen eine, wenn auch bescheidene, Karriere.
0,1 % machen eine überdurchschnittliche Karriere.
Wenn der Unternehmer nicht bereit ist zu
kämpfen, verdient er unterzugehen
Hermann Abs, legendärer Chef der
Deutschen Bank
Angestellte werden auf Fehler durch ihren Chef
aufmerksam gemacht; Unternehmer durch die Steuererklärung. Viele
Bürokraten sind des Unternehmers Tod.
Alt-chinesische Weisheit
1500 Jahre alte Weisheiten für die
Geschäftsführung
Der Heilige Benedikt (480 - 547)
beschrieb bereits um 529 Regeln für Führungskräfte im Kloster.
„Der Abt wisse, dass er mehr helfen als herrschen soll.
Er hasse die Fehler, er liebe die Brüder. Damit wollen wir nicht sagen,
er dürfe Fehler wuchern lassen, vielmehr schneide er sie klug und
liebevoll weg.
Er suche mehr geliebt als gefürchtet zu werden.
Er mache alles Gute und Heilige mehr durch sein Leben als durch sein
Reden sichtbar.
Er zeige den entschlossenen Geist des Meisters und die liebevolle Güte
des Vaters. Härter tadeln muss er solche, die keine Zucht kennen;
Zum Fortschritt im Guten ermutige er alle, die gehorsam, willig und
geduldig sind; streng zu recht weisen und bestrafen soll er jene, die
nachlässig und widerspenstig sind.
Der „Finanzvorstand":
„Als Cellerar werde ein Bruder ausgewählt, der reifen Charakters ist. Er
sei nicht überheblich, nicht umständlich und nicht verschwenderisch. Er
trage Sorge für alles.
Ohne die Weisung des Abtes tue er nichts, an seine Aufträge halte er
sich.
Er vergeude nicht das Vermögen des Klosters, sondern tue alles nach Maß.
Vor allem habe er Demut.
Kann er einem Bruder nichts geben, dann schenke er ihm wenigstens ein
gutes Wort."
Man sollte bis zu seinem höchstens 35. Lebensjahre selbständig, ohne
Vorgesetzte, nicht mehr »angestellt« sein! Die Unabhängigkeit späterhin
zu erlangen, hätte keinen Sinn mehr. Dann wäre der Rücken schon bleibend
gekrümmt vom Buckeln, und man könnte seinen Kopf nicht mehr an der ganz
hohen Stelle tragen, wo er hingehört. Auch wären die
Freundlichkeitsmuskeln um den Mund herum vom Lächeln müssen dann bereits
verhärtet.
Wie kann ein Mensch wahrhaftig bleiben, wenn er täglich soundso viele
Stunden lächeln muss, wo es nichts zu lächeln gibt.
Entnommen: Die Verwandlungen des
Peterhans von Binningen
von Curt Goetz und Valerie von Martens
"Man wäre doch bekloppt, wenn man in
Deutschland Unternehmer werden wollte,"
Heide Simonis, (SPD),
Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein
Veröffentlicht am 17.6.98 in "Schmitt-Briefe",
Wirtschaftsnachrichtendienst
SENTENZEN FÜR UNTERNEHMER
Ein einziger Mensch, der sich auf
eigene Füße stellt, der Risiko und Verantwortung übernimmt, der ist mehr
wert als das größte Kollektiv der Welt.
Es gibt 2 Sorten von Unternehmern:
die kleine Gruppe, die für den schlechten Ruf der gesamten Zunft sorgt,
und die große Gruppe, die keiner zur Kenntnis nimmt. In diesem Falle ist
es besser, der Masse anzugehören.
Als Unternehmer sind Sie in jedem Fall in den Augen der meisten
Mitbürger gewissenlos. Haben Sie Erfolg, machen Sie gewissenlos Profite.
Haben Sie Misserfolg, machen Sie gewissenlos Konkurs. Aus diesem Dilemma
gibt es nur einen Ausweg: folgen Sie ihrem eigenen Gewissen!
Die unheilbare Krankheit der Dummheit wäre an sich schon zu heilen, wenn
die von ihr Befallenen sich nicht für unheilbar klug hielten.
Lebensangst ist der beste Nährboden für Ideologien!
Die Krise des Gehirns setzt voraus, dass man eines hat. Deshalb werden
so viele mit der Krise nicht fertig!
JUSOS - Pubertät ist kein politisches Programm!
Die Dummheit ist das Vorrecht der Jugend. Das ist richtig so. Es ist nur
nicht einzusehen, warum heute immer mehr Menschen dieses
Entwicklungsstadium bis ins hohe Alter verlängern, dafür nicht nur
öffentlich gelobt werden, sondern auch noch öffentliche Ämter bekleiden
und hohe Gehälter beziehen.
Welcher Fahne sie auch nachlaufen, sie ist immer windiger als sie
selbst.
Was die anderen von ihnen halten, ist für viele Menschen der einzige
Halt; und dann wundern sich diese noch, dass sie keinen Halt haben.
Das Gefühl, den Boden unter den Füßen verloren zu haben, bedeutet nicht,
nun in geistigen Höhen zu schweben.
Früher lag das Eigenkapital der Unternehmer zu 60 Prozent und mehr in
ihren Betrieben; heute liegt es in der Schweiz oder in Luxemburg.
GREISENGEMURMEL
Mit der größten
Selbstverständlichkeit erwartet man auch in diesem Jahr vomUnternehmer
die Quadratur des Kreises.
So soll er das Risiko tragen, gleichzeitig aber ständig eine
Erfolgsbilanz vorweisen. Er soll wagen, aber gleichzeitig sichern.
Und wie sieht dieser Mensch in den Augen seiner Mitmenschen aus, die von
ihm permanent Wunder als Selbstverständlichkeit erwarten?
• Für den Verbraucher ist er ein skrupelloser Profitmacher ,
• für den Arbeitnehmer ist er ein rücksichtsloser Ausbeuter,
• für den Politiker ist er ein störrischer Packesel,
• und für den Sozialpolitiker der Dukatenesel.
Scheitert der Unternehmer an seiner Überforderung und macht Konkurs,
dann ist er für seine Gläubiger ein gewissenloser Betrüger.
Zwar beteuert man tagtäglich, dass unsere Wirtschaft auf
unternehmerische Menschen angewiesen ist, da wir alle von Ihnen
profitieren. Gleichzeitig aber wird täglich mehr getan, um die Arbeit
gerade dieser unternehmerischen Menschen zu behindern. Und so kann es
auf die Dauer nicht klappen. Man möchte mit den Unternehmern Geschäfte
machen, jedoch heimlich, versteht sich. Begegnet man ihnen aber auf der
Strasse, spuckt man ihnen ins Gesicht.
Und wie benimmt sich der Unternehmer in den Augen der Allgemeinheit?
Ist er zu seinen Mitarbeitern freundlich, heißt es, er will sich
anbiedern .
Ist er zurückhaltend, heißt es, er ist hochnäsig.
Kümmert er sich um die Arbeit seiner Leute, heißt es, er sei ein
Schnüffler.
Tut er es nicht, heißt es, er hat keine Ahnung von der Sache.
Beharrt er auf seinem Standpunkt, heißt es, er ist stur.
Tut er es nicht, heißt es, er ist wankelmütig.
Teilt er Lob aus, heißt es, er ist ein Schmeichler.
Teilt er Tadel aus, heißt es, er ist ein Verleumder.
Bleibt er abends länger, heißt es, er markiere den Überbeschäftigten .
Geht er pünktlich, heißt es, ihm fehlt das Firmeninteresse .
Ist er älter, heißt es, er ist verkalkt.
Ist er jünger, heißt es, er hat keine Erfahrung.
Hat er neue Ideen, heißt es, er ist ein Phantast.
Bleibt alles beim alten, heißt es, er ist rückständig.
Unternehmer irren sich, wenn sie hoffen, dass irgendeine Partei ihnen
die Kastanien aus dem Feuer holt. Wer das glaubt, hat sich schon
verbrannt, ehe er es gemerkt hat.
Die Jugend, sprich, die Alten von morgen, werden diese Binsenweisheiten
von einem, der längst zum alten Eisen gehört, nicht glauben. Ihm bleibt
der Trost, dass er selbst nicht zum neuen Blech gehört.
"Eines Tages, mein Junge, gehört
das alles Dir: Die horrenden Schulden, die Magengeschwüre, die Bypässe..."
Wenn dem Menschen am Ende seines Lebens ein Lächeln übrig bleibt, so ist
das ein sehr anständiger Reingewinn.
Horst Wolfram Geißler
Lassen Sie mich mit einem Wort
von Andre Heller schließen: Gott denkt in den Genies, träumt in den
Dichtern und schläft in den übrigen Menschen.
Meine Damen und Herren - Gute
Nacht.
NACHSCHRIFT
Man sagt, der kluge Unternehmer
konsultiere stets einen Unternehmensberater. So darf in dieser Broschüre
keinesfalls ein einschlägiges Märchen fehlen:
MODERNES MÄRCHEN
Es war einmal ein Schäfer, der seine Schafe am Straßenrand hütete. Da
kommt ein Jeep
Grand Cherokee vorbei mit einem jungen Mann am Steuer; Versace-Hemd und
mit allem
worauf er Anrecht hat.
Der Cherokee hält an, und der junge Mann sagt zum Schäfer am
Straßenrand: "Wenn ich
errate, wie viele Schafe Du hütest, bekomme ich dann eins?"
Der Schäfer beguckt sich den Jüngling, dann seine vielen Schafe, die in
der Sonne weiden
und sagt: "Ja."
Der Jüngling geht zurück zum Wagen, holt seinen Laptop hervor, geht in
de-Web-Seite
der NASA, wählt eine Karte aus, erzeugt eine Datenbank, ungefähr 50
Excel Grafiken
voller Matrizen und Koordinaten. Dann einen Bericht von 150 Seiten, den
er mit seinem
Hi-Tech-Minidrucker ausdruckt. Schließlich dreht er sich zum Schäfer um:
"Sie haben
13 84 Schafe hier!
Der Schäfer antwortet: "Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.
Nehmen Sie sich Ihr
Schaf."
Jüngling sucht sich ein Tier aus, lädt es hinten in seinen Cherokee. Da
sagt der Schäfer: "Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir mein Tier
zurück?"
"Ja sicherlich."
Der Schäfer sagt ohne zu zögern: "Sie sind Unternehmensberater, nicht?"
"Wie haben Sie das erraten?", fragt der Jüngling.
"Ganz einfach", antwortet der Schäfer:
1. Sie sind ungerufen hier erschienen,
2. Sie berechnen mir ein Schaf für etwas, was ich schon wusste, und
3. Sie verstehen nichts von meinem Geschäft; denn das Tier, das Sie
eingeladen haben, ist mein Hund."
Manager im Heißluftballon
Oder: was helfen schon präzise Antworten
Ein Mann in einem
Heißluftballon hat sich verirrt. Er geht tiefer, sichtet eine Frau am
Boden und ruft: »Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem
Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen und ich weiß nicht,
wo ich bin.«
Die Frau am Boden antwortet: »Sie befinden sich zwischen 50 und 51 Grad
nördlicher Breite und zwischen 13 und 14 Grad westlicher Länge.«
»Sie müssen Ingenieurin sein« sagt der Ballonfahrer.
»Bin ich«, antwortet die Frau, »woher wussten sie das?«
Ballonfahrer: »Alles was sie mir sagten, ist technisch korrekt, aber ich
habe keine Ahnung, was ich mit ihren Informationen anfangen soll, und
Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt waren
Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter
verzögert.«
Die Frau erwidert: »Sie müssen im Management tätig sein.«
Der Ballonfahrer stimmt zu, »aber woher wussten sie das?«
Die Frau antwortet: »Sie wissen weder wo sie sind, noch wohin sie
fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in ihre jetzige
Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem sie keine
Ahnung haben, wie sie es einhalten können und erwarten von den Leuten
unter ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass sie in
exakt der gleichen Lage sind wie vor unserem Treffen, aber jetzt bin ich
schuld daran!«
Im MSV-Verlag sind bereits
erschienenIn der Reihe APHORISMEN
von Joachim Nortmann
Aphorismen und Medien
Unternehmer 2003
Aphorismen zu Literatur und Geld
Aphorismen zum Golf |