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Aphorismen über Unternehmer

zusammengestellt von © Joachim Nortmann


Unternehmer = Jemand, der täglich 16 Stunden zu arbeiten bereit ist, um nicht acht Stunden pro Tag für einen anderen arbeiten zu müssen.
Zu einem Unternehmer gehören: die Nerven eines Stierkämpfers,
die Konzentration eines buddhistischen Mönchs und die Empfindsamkeit einer Lotusblume.

Als ich mein erstes Büro eingerichtet habe, begann ich erst mal damit, eine sieben Zentimeter hohe Staubschicht von Möbeln, vom Fußboden und vom Waschbecken zu entfernen. Da stand ich mit beiden hochgekrempelten Ärmeln mitten im Dreck und musste erst mal klar Schiff machen.
Wer nicht bereit ist, dies zu leisten, der scheitert meist als Unternehmer.

Norman Rentrop (*1957), dt. Verleger


Das eigentliche Problem eines Unternehmens stellt selten der Markt, sondern der Unternehmer dar.

Malte W. Wilkes, Management-Berater


 

Der Auftrag des Unternehmers heißt, Geld zu verdienen.
Und sonst nichts.

Erich Sixt (*1944), dt. Unternehmer, Vorstandsvors.
Sixt AG (Autovermietung)


Der Unternehmer, der diesen Namen verdient, sieht den Markt nicht wie die Nomaden lediglich als Weideplatz, welcher abgegrast und dann verlassen wird, sondern denkt vielmehr wie der Pionier, der das urbar gemachte Land beackert, bebaut und zu immer neuen Fruchtfolgen bringt. In seiner Markttätigkeit folgt er nicht nur der Entwicklung, vielmehr will er sie gestalten. So sind durch echte innovative Leistungen immer wieder Umwelt verändernde Märkte aufgebaut worden.

Heinrich Oswald, dt. Topmanager, Generaldir. Knorr Nährmittel AG


Der Unternehmer sieht Chancen, die andere nicht sehen. Er überwindet die Angst vor dem Neuen.

Branco Weiss, schweizer. Venture-Capital-"Papst"

Die Frage, wie man Schwierigkeiten meistert: das ist die unternehmerische Aufgabe.

Norman Rentrop (*1957), dt. Verleger

Die Menschen machen immer die Umstände dafür verantwortlich, was sie sind. Ich glaube nicht an Umstände. Die Menschen, die vorangehen in dieser Welt, sind stets jene, die sich aufmachen und die Umstände suchen, die sie brauchen, und sie schaffen, wenn sie sie nicht finden können.

George Bernard Shaw (1856-1950), ir. Schriftsteller


 

Die Übergangszeiten zwischen den Wirtschaftsepochen sind es, in denen der Unternehmergeist blüht. Heute befinden wir uns in einer solchen Periode.

John Naisbitt (*1930), amerik. Prognostiker

Die Welt besteht aus denen, die etwas in Gang setzen, denen, die zusehen, wie etwas geschieht, und denen, die fragen, was geschehen ist.

Norman R. Augustine (*1935), amerik. Topmanager,
1985-87 Vors. NASA, s. 1987 Chairman Martin
Marietta Aerospace Corp.

Ein Gramm Unternehmensgeist wiegt mehr als ein Kilogramm Bürokratie.

N. N.

Ein linker Student zieht aus, um die Welt zu verändern, zu verbessern. Und genau dasselbe tut ein guter Unternehmer.

Helmut Wagner (*1930), dt. Topmanager, Vorstandsvors. Asko Dt. Kaufhaus AG, Saarbrücken


 

Ein stolzer Unternehmer verkündet: "Ich ernähre tausend Menschen." - "Man kann auch sagen", erwidert der Gesprächspartner, "tausend Menschen ernähren Sie."

Ein Unternehmen bauen ist so kreativ wie ein Bild malen oder ein Buch schreiben.

Phil Knight, amerik. Unternehmer, Gründer u. Chef

Ein Unternehmer ist kein Unternehmer, sondern ein Verwalter, wenn er nicht den Mut hat, Fehler zu machen.

Reinhard Mohn (*1921), dt. Unternehmer u. Stifter
(Bertelsmann)

Ein Unternehmer muss wie ein Sportler den Ehrgeiz haben, zur Olympiade zu kommen und dort der Erste zu sein.

Horst Warneke , Nähere Autorenangaben nicht
feststellbar.

Es reizt mich zu zeigen, was alles in Deutschland geht.

Lothar Späth (*1937), dt. Politiker (CDU) u. Unternehmer, 1978-91 Min.-Präs. Baden-Württemberg, s. 1991 Vorstandsvors. Jenoptik, 1996 CICERO-preis |


 

Früher brauchten Unternehmer Wagemut und Augenmaß.
Heute brauchen sie Marktforschung und Werbeagenturen.

Helmut Schmidt (*1918), dt. Politiker (SPD), 1974-82 Bundeskanzler

Für den Unternehmer ist der Markt wie das Meer:
voller Risiken.

Jean-Louis Servan-Schreiber (*1937), frz. Publizist u. Unternehmer

Ich bin dazu da, ein Arbeitsklima zu schaffen, in dem die Leute kreativ sein können.

Reinhard Springer (*1949), dt. Unternehmer, Mitinhaber der Werbeagentur Springer & Jacoby, Hamburg


|

Ich bin ein deutscher Unternehmer und wünsche mir nichts mehr, als dass wir wieder ein Umfeld schaffen, in dem ein deutscher Unternehmer nirgendwo so gerne investiert wie in Deutschland.

Klaus Murmann (*1932), dt. Unternehmer, b. 1996 Präs. Bundesvereinig. d. Arbeitgeberverbände, Köln

Ich habe die notwendige Besessenheit und den bedingungslosen Willen, der Beste zu sein.

Erich Sixt (*1944), dt. Unternehmer, Vorstandsvors. Sixt AG (Autovermietung)

Ich muss anderen, meinen Kunden, etwas verkaufen. Ich muss Mitarbeiter für mich gewinnen. Ich muss Lieferanten überzeugen, dass ich für sie der richtige Partner bin. Ich muss also meine Sache verkaufen können. Wer sich fürs Verkaufen zu schade ist, sollte kein Unternehmen gründen.

Norman Rentrop (*1957), dt. Verleger


 

Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle.

Robert Bosch (1861-1942), dt. Industrieller, Firmengründer

Indem man fleißig acht Stunden pro Tag arbeitet, kann man es zum Unternehmer bringen, worauf man dann zwölf Stunden pro Tag arbeitet.

David Frost (*1939), amerik. Publizist

Manche Leute halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse. Andere sehen in ihm eine Kuh, die man ununterbrochen melken müsse. Nur wenige erkennen in ihm das Pferd, das den Karren zieht.

Winston Spencer Churchill (1874-1965), brit. Staatsmann; 1940-45 u. 1951-55 Premier, 1953 Nobelpr. f. Lit.


Man soll die Dinge nehmen, wie sie kommen. Aber man sollte dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte

Curt Goetz (1888-1960), dt. Schauspieler u.
Schriftsteller


Mein Weg nach oben war nicht besonders schwer. Mein Vater hat ein Unternehmen gegründet und ist dann gestorben

Malcolm S. Forbes (1920-90), amerik. Verleger

Unternehmerin sein, heißt: Überblick haben, koordinieren, Ziele setzen, Richtung weisen.


Marlies Blohm-Harry (*1934), "Unternehmerin des Jahres 1986"

Unternehmerische Tätigkeit in sozialer Verantwortung auszuüben und die unternehmerischen Funktionen, Risiken und Standpunkte in der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, das sollten Zielsetzungen des wirtschaftlichen Engagements sein.

Sabine Heiner, Wirtschaftsjuniorin aus Hannover

Unternehmer sein heißt, eine differenzierte Sicht der Zukunft haben.

Ludwig von Mises (1881-1973), östr. Nationalökonom |
Manager, Chef


Unternehmer wird man nicht in fünfzig oder fünfhundert Wochen. Um Unternehmer zu werden, braucht es eine Nacht, neun Monate und vierzig bis fünfzig Jahre Erfahrung.

Helmut Schmidt (*1918), dt. Politiker (SPD), 1974-82 Bundeskanzler a. D.

Wenn Unternehmer nicht mehr an den Markt glauben, wären sie keine Unternehmer, sondern Funktionäre. Wer aber nur an den Markt glaubt, ist abergläubisch.

Hans Küng (*1928), Schweizer. kath. Theologe

Wir brauchen eigentlich wieder große Unternehmer, aber sie sind nach den jahrelangen Publikumsbeschimpfungen auch nicht gerade fröhlich und optimistisch gestimmt.

Ludwig Poullain (*1919), dt. Bankier, b. 1972 Präs. Dt. Sparkassen- u. Giroverband


Es heißt Unternehmer, nicht Unterlasser.

Hans Karl Schneider

Die Fehler anderer Unternehmer sind die billigsten.

Aus einem Seminar für Flop-Management

Der Unternehmer, der nie über seine Zukunft nachdenkt, wird nie eine haben.

Josef Horbach

Geht bei einem Unternehmen etwas schief, hat folgende Schuldzuweisungseskalation zu gelten:
Ruinöse Konkurrenz.
Wettbewerbsverzerrende staatliche Rahmenbedingungen.
Unternehmerfeindliche Wirtschaftspolitik.
Unternehmerfeindliche Gewerkschaftspolitik.
Die Japaner.
Sonstige höhere Gewalt.

Interne Richtlinie eines Vorstandsvorsitzenden an die Presseabteilung

Unternehmerischer Weitblick bedeutet, dass für viele Dinge, die in einem Unternehmen aus einer Gelegenheit oder einer Augenblicksidee heraus gemacht worden sind, erst später an den Universitäten Strategien gefunden wurden.

Helmut Maucher, deutscher Nestlé-Chef

Unternehmer haben ihre Frau stützend im Rücken, dagegen Unternehmerinnen ihre Familie hindernd im Nacken.

Ida Hiller


Schlechte Unternehmensführer bestellen bei Ausbruch einer Krise in Berlin einen anderen Wind; die anderen wollen Segeln lernen

Frei nach Prof. Jürgemann (Welt, 9.8.93)

Manager erledigen die Dinge richtig – Unternehmer erledigen die richtigen Dinge
Manager sind austauschbar – Unternehmer nicht

N. N.

„In diesem Land sind doch viele bereit, die Ärmel hochzukrempeln, wenn diese Regierung ihnen nicht vorher das letzte Hemd auszieht.“

Der Grünen-Abgeordnete Werner Schulz


.

UNTERSCHIED
ZWISCHEN UNTERNEHMER UND MANAGER

Ein Manager klebt an seinem Vorstandssessel, aber er haftet nicht!
Der Unternehmer haftet

Eine Sache, die vielen gehört, wird schlechter verwaltet, als eine Sache, die einem Einzelnen gehört.

Aristoteles, griechischer. Philosoph, 445 - 385 v. Chr.

Unsere Wirtschaft ist auf den unternehmerischen Menschen angewiesen, aber sie bekennt sich nicht zu ihm. Sie profitiert von seiner Arbeit, aber sie tut täglich mehr, um seine Arbeit zu behindern.

Johann Philipp Bethmann, Bankier

Unternehmer nach dem Konkurs

Ein Unternehmer, der einmal Konkurs gemacht hat, ist im Allgemeinen für den Rest seines Lebens wirtschaftlich erledigt. Was geschieht nach dem Konkurs mit den Unternehmern?
Eine offizielle Statistik hierzu gibt es nicht; nach den bisherigen Erfahrungen bietet sich folgendes Bild:
2 % begehen Selbstmord; (davon 60 % physisch, 40 % psychisch).
55 % werden Sozialhilfeempfänger; (etwa die Hälfte bleibt es für den Rest ihres Lebens).
2,9 % machen eine, wenn auch bescheidene, Karriere.
0,1 % machen eine überdurchschnittliche Karriere.


Wenn der Unternehmer nicht bereit ist zu kämpfen, verdient er unterzugehen

Hermann Abs, legendärer Chef der Deutschen Bank

Angestellte werden auf Fehler durch ihren Chef aufmerksam gemacht; Unternehmer durch die Steuererklärung. Viele Bürokraten sind des Unternehmers Tod.

Alt-chinesische Weisheit

1500 Jahre alte Weisheiten für die Geschäftsführung

Der Heilige Benedikt (480 - 547) beschrieb bereits um 529 Regeln für Führungskräfte im Kloster.
„Der Abt wisse, dass er mehr helfen als herrschen soll.
Er hasse die Fehler, er liebe die Brüder. Damit wollen wir nicht sagen, er dürfe Fehler wuchern lassen, vielmehr schneide er sie klug und liebevoll weg.
Er suche mehr geliebt als gefürchtet zu werden.
Er mache alles Gute und Heilige mehr durch sein Leben als durch sein Reden sichtbar.
Er zeige den entschlossenen Geist des Meisters und die liebevolle Güte des Vaters. Härter tadeln muss er solche, die keine Zucht kennen;
Zum Fortschritt im Guten ermutige er alle, die gehorsam, willig und geduldig sind; streng zu recht weisen und bestrafen soll er jene, die nachlässig und widerspenstig sind.

Der „Finanzvorstand":
„Als Cellerar werde ein Bruder ausgewählt, der reifen Charakters ist. Er sei nicht überheblich, nicht umständlich und nicht verschwenderisch. Er trage Sorge für alles.
Ohne die Weisung des Abtes tue er nichts, an seine Aufträge halte er sich.
Er vergeude nicht das Vermögen des Klosters, sondern tue alles nach Maß.
Vor allem habe er Demut.
Kann er einem Bruder nichts geben, dann schenke er ihm wenigstens ein gutes Wort."

Man sollte bis zu seinem höchstens 35. Lebensjahre selbständig, ohne Vorgesetzte, nicht mehr »angestellt« sein! Die Unabhängigkeit späterhin zu erlangen, hätte keinen Sinn mehr. Dann wäre der Rücken schon bleibend gekrümmt vom Buckeln, und man könnte seinen Kopf nicht mehr an der ganz hohen Stelle tragen, wo er hingehört. Auch wären die Freundlichkeitsmuskeln um den Mund herum vom Lächeln müssen dann bereits verhärtet.
Wie kann ein Mensch wahrhaftig bleiben, wenn er täglich soundso viele Stunden lächeln muss, wo es nichts zu lächeln gibt.

Entnommen: Die Verwandlungen des Peterhans von Binningen
von Curt Goetz und Valerie von Martens


"Man wäre doch bekloppt, wenn man in Deutschland Unternehmer werden wollte,"

Heide Simonis, (SPD), Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein
Veröffentlicht am 17.6.98 in "Schmitt-Briefe", Wirtschaftsnachrichtendienst

SENTENZEN FÜR UNTERNEHMER

Ein einziger Mensch, der sich auf eigene Füße stellt, der Risiko und Verantwortung übernimmt, der ist mehr wert als das größte Kollektiv der Welt.
Es gibt 2 Sorten von Unternehmern:
die kleine Gruppe, die für den schlechten Ruf der gesamten Zunft sorgt, und die große Gruppe, die keiner zur Kenntnis nimmt. In diesem Falle ist es besser, der Masse anzugehören.

Als Unternehmer sind Sie in jedem Fall in den Augen der meisten Mitbürger gewissenlos. Haben Sie Erfolg, machen Sie gewissenlos Profite. Haben Sie Misserfolg, machen Sie gewissenlos Konkurs. Aus diesem Dilemma gibt es nur einen Ausweg: folgen Sie ihrem eigenen Gewissen!

Die unheilbare Krankheit der Dummheit wäre an sich schon zu heilen, wenn die von ihr Befallenen sich nicht für unheilbar klug hielten.
Lebensangst ist der beste Nährboden für Ideologien!
Die Krise des Gehirns setzt voraus, dass man eines hat. Deshalb werden so viele mit der Krise nicht fertig!

JUSOS - Pubertät ist kein politisches Programm!

Die Dummheit ist das Vorrecht der Jugend. Das ist richtig so. Es ist nur nicht einzusehen, warum heute immer mehr Menschen dieses Entwicklungsstadium bis ins hohe Alter verlängern, dafür nicht nur öffentlich gelobt werden, sondern auch noch öffentliche Ämter bekleiden und hohe Gehälter beziehen.
Welcher Fahne sie auch nachlaufen, sie ist immer windiger als sie selbst.
Was die anderen von ihnen halten, ist für viele Menschen der einzige Halt; und dann wundern sich diese noch, dass sie keinen Halt haben.
Das Gefühl, den Boden unter den Füßen verloren zu haben, bedeutet nicht, nun in geistigen Höhen zu schweben.
Früher lag das Eigenkapital der Unternehmer zu 60 Prozent und mehr in ihren Betrieben; heute liegt es in der Schweiz oder in Luxemburg.


GREISENGEMURMEL

Mit der größten Selbstverständlichkeit erwartet man auch in diesem Jahr vomUnternehmer die Quadratur des Kreises.
So soll er das Risiko tragen, gleichzeitig aber ständig eine Erfolgsbilanz vorweisen. Er soll wagen, aber gleichzeitig sichern.

Und wie sieht dieser Mensch in den Augen seiner Mitmenschen aus, die von ihm permanent Wunder als Selbstverständlichkeit erwarten?
• Für den Verbraucher ist er ein skrupelloser Profitmacher ,
• für den Arbeitnehmer ist er ein rücksichtsloser Ausbeuter,
• für den Politiker ist er ein störrischer Packesel,
• und für den Sozialpolitiker der Dukatenesel.

Scheitert der Unternehmer an seiner Überforderung und macht Konkurs, dann ist er für seine Gläubiger ein gewissenloser Betrüger.
Zwar beteuert man tagtäglich, dass unsere Wirtschaft auf unternehmerische Menschen angewiesen ist, da wir alle von Ihnen profitieren. Gleichzeitig aber wird täglich mehr getan, um die Arbeit gerade dieser unternehmerischen Menschen zu behindern. Und so kann es auf die Dauer nicht klappen. Man möchte mit den Unternehmern Geschäfte machen, jedoch heimlich, versteht sich. Begegnet man ihnen aber auf der Strasse, spuckt man ihnen ins Gesicht.

Und wie benimmt sich der Unternehmer in den Augen der Allgemeinheit?
Ist er zu seinen Mitarbeitern freundlich, heißt es, er will sich anbiedern .
Ist er zurückhaltend, heißt es, er ist hochnäsig.
Kümmert er sich um die Arbeit seiner Leute, heißt es, er sei ein Schnüffler.
Tut er es nicht, heißt es, er hat keine Ahnung von der Sache.
Beharrt er auf seinem Standpunkt, heißt es, er ist stur.
Tut er es nicht, heißt es, er ist wankelmütig.
Teilt er Lob aus, heißt es, er ist ein Schmeichler.
Teilt er Tadel aus, heißt es, er ist ein Verleumder.
Bleibt er abends länger, heißt es, er markiere den Überbeschäftigten .
Geht er pünktlich, heißt es, ihm fehlt das Firmeninteresse .
Ist er älter, heißt es, er ist verkalkt.
Ist er jünger, heißt es, er hat keine Erfahrung.
Hat er neue Ideen, heißt es, er ist ein Phantast.
Bleibt alles beim alten, heißt es, er ist rückständig.
Unternehmer irren sich, wenn sie hoffen, dass irgendeine Partei ihnen die Kastanien aus dem Feuer holt. Wer das glaubt, hat sich schon verbrannt, ehe er es gemerkt hat.
Die Jugend, sprich, die Alten von morgen, werden diese Binsenweisheiten von einem, der längst zum alten Eisen gehört, nicht glauben. Ihm bleibt der Trost, dass er selbst nicht zum neuen Blech gehört.

"Eines Tages, mein Junge, gehört das alles Dir: Die horrenden Schulden, die Magengeschwüre, die Bypässe..."



Wenn dem Menschen am Ende seines Lebens ein Lächeln übrig bleibt, so ist das ein sehr anständiger Reingewinn.

Horst Wolfram Geißler

Lassen Sie mich mit einem Wort von Andre Heller schließen: Gott denkt in den Genies, träumt in den Dichtern  und schläft in den übrigen Menschen.

Meine Damen und Herren - Gute Nacht.

NACHSCHRIFT

Man sagt, der kluge Unternehmer konsultiere stets einen Unternehmensberater. So darf in dieser Broschüre keinesfalls ein einschlägiges Märchen fehlen:
MODERNES MÄRCHEN
Es war einmal ein Schäfer, der seine Schafe am Straßenrand hütete. Da kommt ein Jeep
Grand Cherokee vorbei mit einem jungen Mann am Steuer; Versace-Hemd und mit allem
worauf er Anrecht hat.
Der Cherokee hält an, und der junge Mann sagt zum Schäfer am Straßenrand: "Wenn ich
errate, wie viele Schafe Du hütest, bekomme ich dann eins?"
Der Schäfer beguckt sich den Jüngling, dann seine vielen Schafe, die in der Sonne weiden
und sagt: "Ja."
Der Jüngling geht zurück zum Wagen, holt seinen Laptop hervor, geht in de-Web-Seite
der NASA, wählt eine Karte aus, erzeugt eine Datenbank, ungefähr 50 Excel Grafiken
voller Matrizen und Koordinaten. Dann einen Bericht von 150 Seiten, den er mit seinem
Hi-Tech-Minidrucker ausdruckt. Schließlich dreht er sich zum Schäfer um: "Sie haben
13 84 Schafe hier!
Der Schäfer antwortet: "Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Nehmen Sie sich Ihr
Schaf."
Jüngling sucht sich ein Tier aus, lädt es hinten in seinen Cherokee. Da sagt der Schäfer: "Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir mein Tier zurück?"
"Ja sicherlich."
Der Schäfer sagt ohne zu zögern: "Sie sind Unternehmensberater, nicht?"
"Wie haben Sie das erraten?", fragt der Jüngling.
"Ganz einfach", antwortet der Schäfer:
1. Sie sind ungerufen hier erschienen,
2. Sie berechnen mir ein Schaf für etwas, was ich schon wusste, und
3. Sie verstehen nichts von meinem Geschäft; denn das Tier, das Sie eingeladen haben, ist mein Hund."

Manager im Heißluftballon
Oder: was helfen schon präzise Antworten

Ein Mann in einem Heißluftballon hat sich verirrt. Er geht tiefer, sichtet eine Frau am Boden und ruft: »Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen und ich weiß nicht, wo ich bin.«
Die Frau am Boden antwortet: »Sie befinden sich zwischen 50 und 51 Grad nördlicher Breite und zwischen 13 und 14 Grad westlicher Länge.«
»Sie müssen Ingenieurin sein« sagt der Ballonfahrer.
»Bin ich«, antwortet die Frau, »woher wussten sie das?«
Ballonfahrer: »Alles was sie mir sagten, ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit ihren Informationen anfangen soll, und Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.«
Die Frau erwidert: »Sie müssen im Management tätig sein.«
Der Ballonfahrer stimmt zu, »aber woher wussten sie das?«
Die Frau antwortet: »Sie wissen weder wo sie sind, noch wohin sie fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in ihre jetzige Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem sie keine Ahnung haben, wie sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass sie in exakt der gleichen Lage sind wie vor unserem Treffen, aber jetzt bin ich schuld daran!«


Im MSV-Verlag sind bereits erschienenIn der Reihe APHORISMEN
von Joachim Nortmann

Aphorismen und Medien
Unternehmer 2003
Aphorismen zu Literatur und Geld
Aphorismen zum Golf